Linux für Anfänger

Dieser Artikel hilft Ihnen bei der Entscheidung, ob und wie Sie LINUX oder andere freie Software mal ausprobieren sollten.

Kurzantwort: Sie sollten. Es kostet nix, bringt Vorteile und macht Spaß.

 

Co-Autor: Nicki K-leXx

 

 

Warum Sie LINUX verwenden sollten

Linux ist frei

Sie haben schon davon gehört: es gibt kostenlose Software.

Nein, nicht das geklaute Zeug, das Sie mit so herrlich schlechtem Gewissen verwenden.

Diese WIRKLICH freie Software.

Diese Computer, die kaum Viren kriegen, frei verfügbar sind, in denen der Amerikaner nicht lauscht und die Sie nicht permanent für eine Erpressung bezahlen müssen, die sich „Lizenz“ schimpft.

Übrigens benutzen Sie solche Software schon. In Ihrem Navi, in Ihrem Smartphone, in Ihrem Auto – überall ist diese wunderbare lizenzfreie Sache drin, weil auch die Hersteller wissen, wie schön billig das KOSTENLOSE ist.

Sie müssen sich also gar nicht eingewöhnen, denn Sie kennen es schon. Es ist genauso bunt wie Windows.

LINUX ist ein Betriebssystem für Computer, genau wie Windows.

Über dieses Betriebssystem gibt es viele Computerzeitschriften, die „LIVE DVDs“ enthalten. Das und irgendein alter Computer in Ihrem Haushalt – oder vom Second-Hand-PC-Handel – ist alles, was Sie brauchen.

Kaufen Sie eine Zeitschrift zum Thema LINUX. Davon gibt es Varianten. Eine ist UBUNTU. Dieses schöne Wort steht für eine besonders einfache Linux-Sorte, die nach der Installation sofort einsatzbereit ist. Sie können auch LINUX MINT einsetzen, das ist genauso schön, gut und bunt und schmeckt nach Pfefferminze.

Meine Empfehlung ist, eine „Live DVD“ in einen alten Computer einzulegen, ihn neu zu starten und dann den Installations-Anleitungen zu folgen.

 

Welche Fehler Sie vermeiden sollten

In vielen Gruppen oder Foren des Internet bekommen Anfänger blöde Ratschläge. Einer der blödesten ist der gutgemeinte Rat, „Linux Versionen zu vergleichen“. Das ist Schwachsinn für einen Einsteiger.

Also: tun Sie das nicht. Das ist ungefähr so, als würde man Studienanfängern raten, Universitäten zu vergleichen. Um etwas Sinnvolles zum Vergleich sagen zu können, müsste man die Unis eben KENNEN –  und da genügt es eben nicht, kurz das Gelände zu besuchen.

Man bekommt auch manchmal bösartig-gutgemeinte Ratschläge wie diesen hier: „Linux ist easy… Empfehle da als neu einsteiger Distris wie Ubuntu, mint, manjaro, korora grade bei manjaro hast riesen Auswahl an repos zum installieren deiner Sachen, oder korora hat auch riesen Auswahl… „… eine Äußerung, nach der auch erfahrene PC-Nutzer sich fragen, ob dieser „Helfer“ seinen Mitmenschen den Weg nach Düsseldorf auch erklärt, indem er sie über Australien umleitet.

Die Standard-Installation von „Ubuntu“ ist ein voll funktionsfähiges System mit Internet-Software, einer vollständigen Office-Suite (inklusive Tabellen-Kalkulation, also einem Excel-Klon) und einer riesigen, kostenlosen Software-Bibliothek für jeden Bedarf.

Das einzige, das unter Linux nach wie vor nicht gut klappt, sind einzelne Spezial-Programme. Outlook, Photoshop und Dreamweaver werden Sie unter Linux nicht finden – für jedes dieser Programme aber einen guten Ersatz.

Mein Hauptgrund für die Empfehlung von Linux ist, dass es Ihre Möglichkeiten erweitert. Und zwar in ungeheurer, kostenloser und sehr sicherer Weise.

 

mein persönlicher Erfahrungsbericht

Ich wollt immer ENDLICH ne Alternative zu Windows haben – und die vielen, kostenlosen Extraprogramme nutzen können.
Also hab ich vor einigen Jahren auf nem Zweitrechner UBUNTU installiert.
War in Sachen Computer die beste Entscheidung meines Lebens. Ubuntu verlangt keine Vorkenntnisse, ist einfacher zu installieren als Windows und ist so bunt und einfach wie Apple und so sicher wie Windows unsicher ist.
Ich hab damals mit einer fertigen Installations-DVD aus einer Linux-Zeitschrift begonnen. Das war auch ne gute Entscheidung. Scheibe einlegen, „weiter“… klicken, fertig isses.
Viele gutgemeinte Ratschläge fangen an mit dem Herunterladen eines ISO Images (isdochganzeinfach), das dann auf einen bootfähigen USB-Stick übertragen wird (der-dann-aber-nicht-tut) usw.
Meine Kurzantwort: Ubuntu ist spielend leicht und super. Holen Sie sich ne Scheibe. Gibts in jedem größeren Bahnhofsbuchkiosk zu irgendner LINUX Zeitschrift dazu

 

„Richtig einsteigen“ gegen „Ausprobieren“

Wer wirklich einsteigen will, sollte sich Linux auf dem Rechner installieren, den er täglich benutzt. Man kommt nicht oft dazu, den Ersatzrechner oder den alten Laptop, den man mal zu Testzwecken mit Linux ausgestattet hat, einzuschalten.

Aus dem gleichen Grund sollte man sich aber fürs reine Schnuppern oder Ausprobieren mit einem Zweit-Computer versehen – möglichst einem, der reibungslos funktioniert. Kaputte Geräte taugen nicht zum Test, das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Und zuletzt nochmal die wichtigste Selbstverständlichkeit: Ihren wichtigsten Arbeits-Computer sollten Sie nicht leichtsinnig mit einem anderen Betriebssystem ausstatten. Unterbrechungsfreies Arbeiten ist und bleibt der wichtigste Grundsatz.

 

Wenn es schon sein muss: kurz ein paar Notizen zum Systemvergleich

Die Verbreitung zeigt auch, wie erfolgreich ein Konzept ist. Die Krone der ultimativen Einsteigerdistro ist ja im Laufe der Jahre auch immer mal zu einem anderen gewandert, der eben nochmal was besser gemacht hat. Lange war sie bei Ubuntu, heute immer noch sehr beliebt, aber Mint hat da in den letzten Jahren nochmal deutlich einen drauf gesetzt. Wer weiß, vielleicht ziehen die Schwämme irgendwann auch mal zu derzeit noch wenig bekannten Systemen wie Q4OS. Weil es ein gutes Beispiel ist, hier mal ein paar Anmerkungen dazu von jemandem, der einen solchen System-Vergleich vorgenommen hat:

 

Untersuchung einer weniger bekannten Linux-Variante (Q4OS) auf ihre Anfänger-Tauglichkeit

„Aber ich finde es so erst mal einfach viel zu kompliziert. Dinge, die unter Linux und insbesondere Einsteiger-Distros eigentlich total einfach und intuitiv sind, werden in Q4OS unnötig kompliziert gemacht. Der Startbildschirm hebt Q4OS auch insbesondere nicht gegenüber Mint hervor. Mint ist Windows-User-freundlich aufgebaut, aber dazu einfach und übersichtlich. Q4OS ist fast noch unübersichtlicher als Windows 10. Das ist doch gerade das Schöne, dass ein Umsteiger mit wenigen Klicks findet, was er braucht. Ja, das Menü in Q4OS hat auch eine Suchleiste, aber dann muss man auch wieder erst mal wissen, was man eigentlich sucht.
Auch, dass das Terminal nicht mit 1-2 Klicks erreichbar ist, ist aus meiner Sicht mehr Hürde als Hilfe.

Ich bin der Meinung, eine Einsteigerdistro (für Anfänger geeignete Linux Variante) sollte so sein, dass sich meine Oma darin zurecht findet und alles, was sie braucht, damit im Rahmen ihrer altersbedingt eingeschränkten Möglichkeiten machen kann, aber jemand, der adminstrieren und lernen will, auch leicht den Zugang zum Terminal bekommen kann – und dazu gehört nicht nur, dass ihm jemand sagt, geh ins Terminal und tippe XYZ, sondern dass es auch leicht erreichbar ist und aufgrund seiner Platzierung schon suggeriert, dass es sein neues Werkzeug zur Glückseligkeit ist. Und beide Punkte, weder die Nutzbarkeit für meine Oma noch die Tür für jemanden, der mehr will, sehe ich in Q4OS gegeben.

Und wenn ich eine x86-Architektur habe, ist mir das völlig wurscht, ob da noch 25 andere Architekturen unterstützt werden. Wenn jemand eine andere Architektur hat, wird das Thema interessant.

Die Ressourcenschonung ist auf schwachen Rechnern ein Argument, aber da hab ich bisher auch immer andere Lösungen gefunden. Ich nehme Q4OS mal mit in die Reihe der Möglichkeiten auf, finde es aber trotzdem einfach viel zu kompliziert.

Übrigens habe ich gestern in der VM ein Input-Lag gehabt, das ich so von VMs gar nicht kenne, nicht mal von Plasma 5, das ja schon mindestens 2 Kerne braucht, um überhaupt flüssig zu laufen. Aber auch mit 4 zugewiesenen Kernen hat es nicht nur bei mir gelaggt, sondern auch noch bei jemand Anderem, der zeitgleich getestet hat. Die Gründe dafür habe ich da nicht noch extra erforscht, wäre aber vielleicht auch mal interessant. Ich habe mich lediglich gewundert, weil ich das in dem Ausmaß irgendwie noch gar nicht kenne. RAM- und CPU-Verbrauch waren aber tatsächlich fast nicht gegeben – insofern kann dies als ein Pluspunkt des Systems gesehen werden.“

Und ein Rat an die Ratgeber

Viele Fachleute, die sich selbst extrem gut auskennen, empfehlen Anfängern gern „ihre“ Lösung, die irgendwelche Vorteile für Spezialisten hat. Nach dem Motto „dann hat MEINE Lieblingslösung schon mal wieder einen User mehr“.
Das ist aber Anfängern gegenüber einfach nicht fair.
Anfänger brauchen Systeme, die so verbreitet wie möglich sind, damit sie von der großen Community profitieren können. Linux ist ohnehin schon ein winziger Teilmarkt, da muss man Einsteigern empfehlen, was jeder (Linuxer) kennt und wozu es im Netz mittlerweile wirklich riesige Hilfeforen gibt.
Wenn man die eigene supergeniale SonderDistri für fachlich Versierte hypen will, sollte man sie erstmal unter den Fortgeschrittenen und Gurus hypen, aber nicht die Anfänger da mit reinziehen. ODER man macht sich wirklich die Arbeit und betreut nen Anfänger von vorn bis hinten, mit Engelsgeduld und ganz viel Einweisung.
Viel zu viele Anfänger legen LINUX frustriert wieder weg, weil sie am Anfang ner falschen Empfehlung gefolgt sind.

 

Linux herunterladen

Alternativ zu einer gekauften DVD könnten Sie sich auch hier Linux Mint herunterladen:

 https://www.linuxmint.com/edition.php?id=248
Das ist so ziemlich die einsteigerfreundlichste Linux-Distribution. Da kommt man gut rein.

Linux Mint Cinnamon ist im Alltag sogar einfacher, finden manche. Ein bisschen Zeit zum neu lernen einzuplanen kann allerdings nicht schade, Linux ist nicht Windows. Aber es gibt ein gutes und sehr aktives Forum.

https://www.linuxmintusers.de/index.php

 

Für erfahrene: der Distributionen-Vergleich

WENN Sie bereits erfahren sind, kann übrigens die folgende Seite nützlich sein:

https://distrochooser.de/

… als Neuling können Sie sich solche Seiten gern anschauen. Aber installieren sollten Sie wirklich nur das, was eine möglichst große Nutzergemeinde mit riesigem Angebot und verbreiteter Verwendung mitbringt: Ubuntu oder Linux Mint.

Viel Spaß damit.

 

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