Erfolgsaussichten bei Datenrettung

Kundenanfrage: Festplattenrettung / Wiederherstellung gelöschter bzw formatierter Daten

Sicherheits-Hinweis: Festplatten, die in einem elektronisch beschädigten Computer waren, gelten als nicht betriebssicher. Langfristig sollte eine solche Festplatte ausgetauscht werden. Erhöhte Datensicherheit wird dringend empfohlen.

Vorgeschichte / Symptom:
Elektroschaden (vermutlich durch Überspannung) im Computer. Mainboard bzw. Netzteil beschädigt.

User-Vorgehen:
Kauf eines Ersatz-Computers, Einbau der alten Festplatte als Zweit- oder Datenplatte in den Ersatzrechner. Formatierung der alten Festplatte.
Die Daten wurden auf die alte Festplatte von einer externen Sicherung / externen HDD rückgespielt. Dabei zeigte sich, dass die Sicherung unvollständig war. Ein wichtiges Verzeichnis war leer.

Frage des Users:
Können Daten, die auf der Festplatte waren, wiederhergestellt werden?

Computerwehr Antwort:
Wenn eine Festplatte nach Datenverlust weiterbenutzt wird, verschlechtert sich die Aussicht, Daten wiederherstellen zu können, leider sehr.
Insbesondere dann, wenn ein Verzeichnis mit gleich lautendem Namen neu angelegt wird, zeigen die Einträge der Dateiverwaltung (unter IBM-kompatiblen Systemen „File Allocation Table“, kurz „FAT“ genannt) auf einen falschen Zielort, was die Rettung weiter erschwert.
Denkbar ist es trotzdem, die Festplatte auf „gelöschte“ Daten zu untersuchen. Dabei ist vor allem eine SEHR große Festplatte zur Aufnahme aller gefundenen Daten notwendig (freie Datenkapazität mindestens gleich groß wie die beschädigte Platte). Ein Datenrettungs-Tool kann alle zusammenhängenden Datencluster, die erkennbar eine Datei bildeten, sammeln und versuchen, sie neu zusammenzusetzen.
Die Kosten für derartige Versuche der Wiederherstellung liegen im unteren dreistelligen Bereich. Für die Festplatte und die enthaltenen Daten besteht eine geringe Gefahr (elektronische Beschädigung, Datenverlust), weswegen zuvor gesichert werden sollte.

Sinnvoll ist es dabei, die Suche auf die Art bzw. das Format der gesuchten Informationen einzuschränken, also zB nur Bilder und Fotos im Format *.jpg zu suchen – sonst tauchen in der Ergebnisliste auch tausende von Textschnipseln auf, die möglicherweise uninteressant sind.

Es kann vorkommen, dass die Suche redundant arbeitet und Dateien auf verschiedene Weise zusammensetzt, so dass der gefundene „Datenbestand“ sogar größer ist als es die Gesamtmenge der wieder herzustellenden Daten ursprünglich war.

Das Ergebnis eines Wiederherstellungsprozesses sind typischerweise Dateien mit kryptischen Namen wie „ac7q1u99.jpg“, die allesamt gesichtet werden müssen. Dabei kann es sich um viele tausend Files handeln.

Datenschutzhinweis:
solche Prozesse stellen unterschiedslos ALLES wieder her, dh auch Dateien, die aus gutem Grund gelöscht wurden und das eigentlich bleiben sollten. So kann das Ergebnis ein Sammelsurium der verlorenen Urlaubsfotos mit scheußlichen Fotos aus der Internet-Werbung sein; Privatvideos müssen dann aus einer Menge von Online-Werbefilmchen herausgesucht werden, etc.

Das beste Tool für die Aufgabe ist nach Ansicht der Computerwehr das Programm „Testdisk / Photorec“, das verlässlich Dateien und ganze Partitionen wiederherstellt.

CHIP-Link zum Download:
http://www.chip.de/downloads/TestDisk-PhotoRec_21853834.html

Es gibt natürlich haufenweise kostenlose Rettungsprogramme, aber Vorsicht: manche zeigen einem nur, welche Daten wiederhergestellt werden KÖNNTEN, tun dies aber erst nach kostenpflichtiger Anmeldung oder Registrierung.

Ein Link zum Weiterlesen:
PC Welt: Kostenlose Rettungstools
http://www.pcwelt.de/ratgeber/Dateien-wiederherstellen-Gratis-Tools-zur-Datenrettung-46951.html

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