Wie man den Computerwart wartet

Jemand kommt, um Ihren Computer zu reparieren (es ist natürlich ein Windows-Computer). Wir nennen den Jemand mal den „Computerwart“. Oft ist der Computerwart jemand, der sich einfach unheimlich gut mit Computern auskennt – jedenfalls ist das, was ihn auszeichnet.

Also darf er an Ihren Computer. Der ist natürlich ungesichert, beziehungsweise – seien wir doch ehrlich – Sie wissen nicht, ob ALLES gesichert ist. Was ist denn überhaupt „alles“? Die E-Mails? Die Urlaubsfotos? Der Jahresbericht? Die Programm-Einstellungen mit all den Passwörtern?

Die Liste könnte noch ewig fortgesetzt werden, und glauben Sie mir: jeder einzelne Punkt der Aufzählung erzeugt tagelangen Ärger, viel Arbeit und hohe Kosten, wenn dann schlussendlich ein Profi dran kommt; und damit meine ich jemanden, dem die Leute GELD für seine Tätigkeit geben, und der davon schon eine gewisse Zeit lebt.

Jedenfalls – ich wiederhole – Ihr Computerwart darf an Ihren Computer. Und da tut und macht und fummelt er nun, murmelt wichtige Abkürzungen und öffnet und schließt Programmfenster in rascher Reihenfolge.

Wir lassen mal offen, was nun weiter passiert; ob er Ihr Problem löst oder es verschlimmert, ob Sie ihm die berühmte Flasche Wein schenken oder ihn zum Essen einladen. Er war Ihr Computerwart – und die Geschichte hat ein Happy End, Ihre jahrelange Arbeit und Ihre Hochzeitsfotos wurden nicht vernichtet UNTER FOLGENDEN BEDINGUNGEN:

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Ihr Trottel von Computerwart hat, BEVOR er irgend etwas anfasst, spezifische Fragen zur Datensicherung gestellt. Er wollte wissen, ob der PC als Ganzes gesichert ist, ob und wie es eine Datensicherung gibt. Wenn KEINE Datensicherung vorliegt, hat er Sie darauf hingewiesen, dass er für Datenverlust keine Haftung übernehmen kann. Jetzt wissen Sie: er ist ein Profi.

Nur nebenbei: ein Profi erkundigt sich nicht nur nach dem Status der Datensicherung, er will auch wissen, welche Anti-Virus-Lösung Sie verwenden und wie die System-Updates sind; wissen Sie dies nicht, wird er danach schauen, und zwar BEVOR er irgend etwas an Ihrem System ändert.

Der Profi-Computerwart wird dann zuerst versucht haben, den Computer zu SICHERN. Ganz und komplett, so, dass jede Datei und jedes Byte auf dem PC gesichert werden. Dabei wird er etwas von „IMAGE“ oder „Systemabbild“ gebrabbelt haben. Er wird idealerweise dabei den Computer von einer DVD aus starten und eine externe Festplatte verwenden, um Ihr System darauf zu sichern.

Ist das geschehen – oder nicht notwendig, etwa weil es sich um eine frische Installation handelt und alle Daten gesichert sind – wird er AUF JEDEN FALL einen Wiederherstellungspunkt (WSP) erstellen und ihm einen verständlichen Namen geben. Dies dient dazu, etwaige Fehler während der Arbeit schnell wieder rückgängig machen zu können – das spart nämlich IHRE Zeit und IHR Geld.

Nun geschieht alles, was schon beschrieben wurde: er tut und macht und fummelt und murmelt.

Jetzt ist er fertig, Sie sind happy und er geht.

Richtig?

FALSCH!!

Denn nach beendeter Arbeit setzt Ihr Computerwart, WENN er ein Profi ist, MINDESTENS nochmals einen Wiederherstellungspunkt (WSP), und im Idealfall erstellt er NOCHMALS ein Image. Denn jetzt tut ja alles wieder – und diesen Zustand wollen wir doch bewahren, nicht wahr?

Als Vollprofi bietet Ihr Computerwart Ihnen auch an, das Image für Sie gesichert aufzubewahren (was Geld kosten wird). Außerdem wird er Sie auf Möglichkeiten der Datensicherung hinweisen, damit so etwas nicht sofort wieder passiert.

Dann wird der Vollprofi Ihnen eine Art von Dokumentation zur Verfügung stellen, aus der hervorgeht, was das Problem war, oder was als Problem vermutet wurde; und welche Maßnahmen zu seiner Behebung vorgenommen wurden. Diese Dokumentation wird Ihnen schriftlich, zumindest per E-Mail, zugestellt.

Und wenn Ihr Computerwart all dies getan haben sollte, dann wird eine Flasche Wein leider nicht die richtige Bezahl-Variante sein; echte Computerwartung kostet Geld (Stundensatz). Ein fairer Profi (es gibt auch unfaire) berechnet Ihnen nur dann etwas, wenn er das Problem lösen konnte – oder, bei unlösbaren Problemen, wenn seine Arbeit eine deutliche Verbesserung Ihrer Situation erbrachte.

Insgesamt kommt es immer drauf an, wie Ihre Gesamt-Situation aussieht. Ihr Jahresbericht, Ihre Diplomarbeit oder alle Ihre Familienfotos sind einfach mehr wert als eine Flasche Wein; wenn so etwas auf dem Spiel steht, sollten Sie niemand an Ihr System lassen, dessen Arbeit nur einen Drink wert ist.

Ach, und noch etwas, ganz zum Schluss: bevor Sie selbst IRGEND ETWAS tun, ehe Sie selbst auch nur das Geringste versuchen, um das Problem selbst zu lösen: Sie sollten jemand anrufen und fragen. Bei Computerwehr ist das kostenlos (0174 / 960 7150). Bei jeder anderen seriösen Firma auch. Aber vergessen Sie eines nie: Daten, die effektiv überschrieben wurden, sind unrettbar verloren. Doch, so ist es. Auch wenn jemand, der „sich unheimlich gut auskennt“, Ihnen etwas anderes erzählt.

Professionelle Computerwartung

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