Mieser Trick: Overkill bei Kauf oder Einrichtung

Eine Büro-Ausstattung für eine Einzel-Kauffrau mit zwei Druckern, einem riesenhaften Multifunktionsgerät (Drucker/Scanner/Kopierer), drei Desktop-Computern, drei Bildschirmen und zwei Notebooks zu empfehlen – das würden selbst zurückhaltende Zeitgenossen vermutlich als Fehlberatung bezeichnen. Unnötig zu sagen, dass das Netzwerk dieses Büros unsachgemäß installiert ist und die Netzwerkdosen nur teilweise funktionieren.

Eine Software, die eigentlich nur für Spezialisten gedacht ist, wurde installiert – sie kam im Bundle mit einem der Notebooks und einem Beratungsvertrag – und sie erforderte natürlich diverse Schulungen und Fern-Schulungen.
Überflüssig zu sagen, dass die Anwenderin sie nie recht nutzen konnte.

Auch wenn dies ein extremer Fall ist – im Computerbereich wird oft eine überteuerte Lösung angepriesen. Generell gibt es heutzutage kaum einen Neu-PC, der normalen Büro-Anforderungen nicht gewachsen wäre. Das bedeutet, der billigste Kaufhaus-PC, den Sie – neu – kaufen können, deckt normalerweise alle Anforderungen ab, die im Alltag entstehen.

Für Schüler-PCs gilt dasselbe. Nur wenn SPIELE darauf gespielt werden sollen, braucht ein Computer besondere bzw. besonders starke Ausstattung. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass Ihr Kind, wenn es auf der besonderen Grafik-Karte besteht, eben NICHT an Hausaufgaben denkt.

Im Kaufhaus erlebte ich vor einiger Zeit, wie ein Schüler mit seinen Eltern einen Computer kaufte: speziell als Hausaufgaben-Gerät.

Es musste ein Notebook sein: darüber waren sich der Schüler und der Verkäufer rasch einig. Dies sei nötig, damit er für Referate in die Schule mitgenommen werden könnte… und selbstverständlich brauchte das Gerät die stärkste Grafikkarte und den wuchtigsten Prozessor, der in dieser Geräteklasse zu haben war.

Wenn ich richtig gerechnet habe, bezahlten diese Eltern das achtfache von dem, was ein vernünftiger, für Internet-Recherche und Hausaufgaben perfekt geeigneter Desktop-Computer gekostet hätte… und der Effekt der Veranstaltung? Ein zufriedener Verkäufer und ein junger Mann, der in den kommenden Monaten täglich viele Stunden mit Computerspielen verbringen wird.

Nichts gegen Computerspiele. Und nichts gegen aufwändige Computer-Anlagen. Aber man sollte immer im Auge behalten, wozu die Hardware eigentlich dienen soll…

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