Passwort: die Initial-Methode

Der Passwort-Trick

Wie man ein sicheres Passwort macht? Mit dem Schlüsselsatz-Trick. Suchen Sie sich ein Zitat, das Ihnen gefällt, Sie erheitert oder Ihnen Mut macht. Es darf gern skurril oder ungewöhnlich sein.
Sie sollten den Spruch so gut kennen, dass Sie ihn auch im Schlaf aufsagen können.
Beispiel für einen Satz, der mir gute Laune macht, wenn ich nur dran denke:
„O zerfrettelter Grunzwanzling: Dein Harngedränge ist für mich
wie Schnatterfleck auf Bienenstich“
Um daraus ein Passwort zu machen, nehmen Sie einfach die ersten Buchstaben. Das ergibt hier:
ozgdhifmwsab
Und das ist schon ein verdammt sicheres Passwort.
Um sich damit bei verschiedenen Diensten anzumelden, hängen Sie einfach ein sprechendes Kürzel hinten dran, etwa „fb“ für facebook.
Wenn ein Dienst Ihnen vorschreibt, Sonderzeichen und Zahlen zu benutzen, schreiben Sie IHRE Lieblingszahl und IHR Lieblings-Sonderzeichen vorne dran. Sieht dann so aus:
8$ozgdhifmwsabfb
und für Twitter könnte Ihr Passwort gleich lauten, aber auf „tw“ enden.
Natürlich sollten Sie die Infos geheim halten und ab und zu ÄNDERN. Aber als Normalbürger schützt Sie dieses Vorgehen jedenfalls zuverlässig gegen Passwort-basierte Angriffe… und außerdem denken Sie so mehrmals am Tag an Ihr Lieblings-Zitat. VSbA (Viel Spaß beim Ausprobieren)

Mehr Tempo, bitte! Wenn der Computer zu langsam ist

Computer „zu langsam“? Das Problem sollten Sie zunächst sinnvoll eingrenzen. Meinen Sie die Informationsverarbeitung in Ihrem Computer,  das Tempo Ihrer Datenleitung oder jene Schnelligkeit, mit der Ihnen die Daten von Servern im Internet GELIEFERT werden?

Das ist ein Unterschied. Viele Server im Internet stellen ihre Dienste in mehreren Stufen der Geschwindigkeit zur Verfügung. Ein Abo-Dienst, der Filme anbietet, kann „Premium“-Kunden fixer versorgen als die graue Masse der nicht-zahlenden, nicht angemeldeten Downloader.  Liegt es also am SERVER eines Dritt-Anbieters, kann Ihre lokale Verbindung noch so schnell, Ihr Provider noch so teuer sein: dann kommen die Daten eben langsam.

Aber gehen wir davon aus, dass Sie einen schnellen, nicht stark in Anspruch genommenen Internet-Dienst gefunden haben. Gehen wir weiter davon aus, dass Sie – wir schreiben das Jahr 2016 – eine aktuelle Netzwerk-Karte mit 1 MBit pro Sekunde UND auch ein DSL-Modem mit dieser Geschwindigkeit haben.

Dann bleiben folgende Ansätze zur Optimierung:

1) Online-Geschwindigkeit.
Es muss zunaechst festgestellt werden, wie „schnell“ Ihre Verbindung überhaupt ist. Dazu koennen Sie die folgende Webseite besuchen:
http://speedtest.chip.de/

2) Verbindung zwischen Computer und DSL-Modem.
Das Tempo, in dem Daten Ihren PC erreichen, haengt auch davon ab, wie gut Ihr Funknetz funktioniert. In jedem Fall ist es langsamer als ein Kabel (um etwa 25% langsamer).
Hierzu kann ein Vergleichstest (per Kabel) vor Ort angestellt werden. Ist das Kabel schneller, sollten Sie es auch einsetzen.

3) Arbeitsgeschwindigkeit des Computers. Hier lassen sich unter Umständen Programme deaktivieren, die ohne konkreten Nutzen für Sie in Windows arbeiten und Ressourcen verbrauchen. Das Tool (Computerprogramm) für diesen Zweck heisst „Autoruns“.
https://www.heise.de/download/product/sysinternals-suite-48696/download/danke?id=48696-1

4) Leistungsfähigkeit Ihres Systems (Performanz).
Das ist am sinnvollsten durch mehr Arbeitsspeicher zu erreichen. Die Aufruestung des RAM eines beliebigen Systems, etwa Ihres Notebook von 4 Gigabyte Arbeitsspeicher auf 8 Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) hat fast immer Sinn. Es kann allerdings sein, dass sie relativ teuer ist (Beispiel: es gibt Arbeitsspeicher-Riegel, die ca. EUR 100,- kosten.
Es ist die Frage, ob sich das fuer Sie lohnt.

Von anderen Beschleunigungsmaßnahmen rate ich ab. Insbesondere rate ich davon ab, ein neues Logikboard (Platine, Motherboard) einzubauen; das ist in der Regel teurer als ein neuer Computer und oft technisch nicht sinnvoll.

Auch vom begeisterten Installieren irgendwelcher „Utilities“, die „System Speed“, „Accelerator“, „Turbo“ und ähnlich heißen, kann ich nur abraten. Viele dieser „Tools“ sind in Wirklichkeit Systembremsen, die Werbefunktionen oder versteckte Spionagefunktionen ausführen. Die „Sysinternals“ Suite, zu der auch das oben erwähnte „Autoruns“ gehört, kann ich uneingeschränkt empfehlen.

Google: „unusual traffic“

Es kann vorkommen, dass Google folgende Meldung ausspuckt:

„Our systems have detected unusual traffic from your computer“

Diese Meldung ist weder ein Betrugsversuch noch eine Täuschung (kein „scam“ und kein „fake“). Es handelt sich um eine automatisch generierte Meldung, die anzeigt, dass irgend etwas an Ihrem Suchverhalten Google seltsam vorkommt.

Es ist nicht leicht, die Meldung absichtlich zu erzeugen. Im Grunde versucht die Suchmaschine nur, sich vor automatischen Abfragen zu schützen (vollautomatisierter Marktforschung, etwa). Denn Google-Abfragen verbrauchen eine Menge Strom und Rechenkapazität. Die Suchmaschinen-Firma will daher gern für Einzelne Abfragen kostenlos beantworten, aber nicht Großfirmen mit Datenmassen beliefern, jedenfalls nicht umsonst.

Erscheint die Meldung, füllen Sie einfach das „Captcha“ aus, was bedeutet, Sie müssen von Hand die Buchstaben eingeben, die Sie im bunten Grafik-Feld erkennen. Danach können Sie fröhlich weitersurfen.

unusual_traffic

 

Früher war alles besser

Gerade ne Werbung gelesen: „Früher war alles besser – Dein PC nicht!“ Soll wohl heißen, kauf Dir nen Neuen.

Hm, also abgesehn davon, dass zu „früher“ ja auch die NS-Zeit und die Beulenpest gehören: ich hab Kundenberichte und eigene Erfahrungen darüber, dass COMPUTER früher durchaus besser waren.
– Updates waren weniger tyrannisch und ungefährlich
– Software ließ sich ohne Lizenzgewurstel übertragen
– Es kam keine Spitzelsoftware mit
– Dateiberechtigungen hinderten nicht am Lesen der eigenen Buchhaltung
– Gefühlt waren die PCs nicht schneller, aber auch nicht langsamer als heute
– E-Mail war verlässlich
– iTunes pfuschte nicht in der Musiksammlung herum
– Man konnte Sicherungskopien der eigenen DVD-Filme machen, statt die Drecks-Scheibe neu kaufen zu müssen
– es gab keine Ransomware

Ich könnt noch weitermachen, aber ich denk, ich hör mal auf. Der einzige Vorteil der neuen Systeme ist:
es gibt ausreichend sicheren Speicherplatz.

Aber Achtung: SSDs sind weniger verlässliche Speicher als die Motorplatten. Schon jetzt will man Ihre Daten in der „Cloud“ haben (klaaaaaar ist das sicher und niemand liest mit). Die Möglichkeit verlässlicher lokaler und unbegrenzter Speicherung sollten Sie verteidigen. Das ist eine der VERBESSERUNGEN, für deren Erhalt wir kämpfen sollten

Datenbestand auf externer Festplatte

Mehr Privatsphäre mit externen Festplatten
Externe HDDs mit eigenem Stromanschluss sind ein sehr wesentlicher Beitrag zu Ihrer Privatsphäre. Sichern Sie Daten wie Familienfotos und Ihre Musiksammlung auf ZWEI externen Festplatten, die jeweils über einen eigenen Stromanschluss verfügen (dh, die Festplatte hat einen eigenen Stecker, der in die Steckdose gesteckt wird). Schließen Sie diese nur an den Computer an, wenn Sie die entsprechenden Daten brauchen. Das verringert die Chance, dass Sie Opfer von Sabotage und Spionage werden, gewaltig.
Wenn Sie USB3.0-Platten wählen, ist auch die Übertragung größerer Dateien kein größerer Zeitaufwand als bei internen Platten. Falls Ihr Computer über keinen USB 3.0 – Anschluss verfügt, ist dieser Anschluss billig mit einer einfachen Steckkarte nachrüstbar.
Außerdem entschlackt die Auslagerung Ihr Windows-Betriebssystem, so dass Sie keine Platzprobleme bekommen, selbst wenn Sie einen moderneren Rechner mit SSD-Festplatte benutzen.
Die Musiksammlung können Sie im Grunde ebenso auslagern – auch das ist ein wichtiger Teil Ihrer Privatsphäre. Beispielsweise kann Ihr Charakter, Ihre politische Einstellung, Ihre Religion und Ihr Geschlecht, Ihr finanzieller Status und Ihr soziales Umfeld mit einiger Sicherheit an Ihrer Musikauswahl abgelesen werden.
Leider stellen sich viele Programme zur Musikverwaltung hier ausgesprochen stalinistisch an und verweigern es,  Sammlungen an einem anderen Ort als auf „C:“ (unter Windows-Systemen) zu verwalten. Hier hilft es, wenigstens den Gesamtbestand auszulagern und nur die Musik, die wirklich auf Ihr Smartphone soll, auf die eingebaute Festplatte zu legen.
Verschlüsselungen sollten Sie sich gut überlegen: sie brauchen Zeit, haben oft eingebaute Hintertüren und sind schwierig zu verwalten. Obendrein machen sie es geradezu unmöglich, im Fall von Festplattenschäden die Daten wieder herzustellen.
Je kritischer, wichtiger oder geheimer Ihre Daten sind, desto wichtiger ist es, Sie auszulagern bzw. sie nicht permanent mit dem Internet zu verbinden. Zur Übertragung sollten Sie den Zielrechner bei hochkritischen Systemen vom Internet trennen, am besten physikalisch (Kabel ziehen).
Das schafft nur eine relative Sicherheit – ist aber der beste Kompromiss zwischen Praktikabilität und Privacy. Es ist der Unterschied zwischen einem Wasserhahn, der gelegentlich geöffnet wird, und einem permanent offenen Kanalrohr… was glauben Sie, was den Ratten lieber ist?

PIM – Enttäuschung beim Personal Information Manager

Suchte n Programm, um Termine, Adressen und Aufgaben zu verwalten; sollte etwa das leisten, was mein Kalender kann, aber eben ohne dauernde Abschreiberei und Übertragung vom Smartphone ins Notizbuch und ohne Zettelwirtschaft.
Schwer zu finden: überall wollen sie, dass ich meine Daten in die Cloud wuchte und außerdem Outlook nutze.
Nach viel Sucherei finde ich ein vielfach empfohlenes Programm, das folgendes ANGEBLICH kann:
– Synchronisierung mit mehreren Desktop-PIMs, zB Thunderbird
– Synchronisierung mit dem Handy
– eigener, verschlüsselter Cloud-Service
Da es so heiß empfohlen wird, zahle ich EUR 60,- und bestelle es online.
Enttäuschung 1: das Programm funzt nur unter Windows, was sich vorher anders las.
Enttäuschung 2: das Programm arbeitet mit meinem iPhone nur EINGESCHRÄNKT zusammen – den Lizenzkauf hätte ich mir sparen können.
Enttäuschung 3: das Programm hat WIRKLICH eine eigene Cloud. Aber die KOSTET EXTRA.
Das ist deswegen ärgerlich, weil von diesen Extrakosten vorher nichts zu lesen war.
Fazit: wenn das so läuft, könnt man auch die Google Dienste nutzen… auf Privacy verzichten wir halt.